Der Fluss Cetina

Die geheimnisvolle und immer noch ungenügend untersuchte Schönheit des Kaarsts, die Cetina, ist der längste Fluss Mitteldalmatiens. Unübersichtliche Labyrinthe der  unterirdischen Flussläufen wecken das Interesse zahlreicher Taucher und Forscher. Die klare und kühle Königin, die Cetina, interessiert sich aber nicht für sie, denn ihre Aufgabe besteht darin die Felder Sinjs zu beleben, die Menschen und das Vieh mit Wasser zu versorgen, die Turbinen der Wasserkraft in Bewegung zu setzen und wertvolle Körner unter den steinigen Rädern der Mühen zu mahlen.

Die Quelle der Cetina befindet sich auf einer Höhe von 385 Metern über dem Meeresspiegel der nordwestlichen Berghänge der Dinara in der Nähe des Dorfes Cetina, 7 km nördlich von Vrlika. Sie hat insgesamt acht Quellen. Die gößte unter ihnen ist der Glavaševo See welcher 130 Meter tief ist. Lediglich hundert Meter hinter dieser Quelle befindet sich die Öffnung der Gospodska pećina-Die Höhle des Herrn. Diese diente den Menschen in den verschiedenen Epochen als Lebensraum. An den Küsten, sowie in den umliegenden Pisten der Berge, die Sinj umgeben, sind die archäologischen Funde sehr reich. Archäologen haben im umliegenden Kaarst und im Schutt des Cetiner Gebiets viele wertvolle Fundstücke finden können, lebendige Zeugen ihrer Zeit, die heute im Museum der Cetiner Region in Sinj ausgestellt sind.

Noch immer ist die Etymologie (Wortbedeutung) des Namens Cetina nicht zuverlässig ermittelt. Einige Quellen weisen darauf hin, dass die ersten Kroaten dem Fluss diesen Namen gegeben haben, in Anlehnung an den Fluss Cetyini, der durch Südpolen fließt. Andere Quellen behaupten, dass ihr Name wesentlich älter ist und auf den Volksstamm der Delmater zurückzuführen ist, da diese die Cetina zunächst Kentona genannt haben. Die Menschen haben ihren Fluß einigermaßen durch den Perucer See zähmen können, der ca. 25 km. flussabwärts von der Hauptquelle, künstlich geschaffen worden ist. Nachdem die Cetina diesen See passiert, setzt sie ihren Flusslauf durch verkaarstetes Gebiet und die Sinjer Felder in Richtung Sinj fort. Dort setzt sie ihren Weg nach Gardun bei Trilj fort, tritt in eine Felsschlucht ein und fließt in Richtung Süden weiter. Über der Schlucht befindet sich die Festung Nutjak, ein Beobachtungsplateau, von wo aus ungebetene Gäste nicht verborgen blieben. In früheren Zeiten diente diese den Menschen in dieser Region als Schutzinstanz vor den Türken. Die Cetina ändert beim Ort Bisko ihre Richtung in Südost, so dass diese bei Šestanovac in Richtung Süden weiterfließt. Bei Zadvarje umarmt sie das Gebirge Mosor und fließt weiter in Richtung Westen. In Omiš mündet sie schließlich in das Adriatische Meer. Außer dem Wasserkraftwerk Peruča existieren entlang der Cetina noch vier weitere bedeutende Wasserkraftwerke: Orlovac, Đale, Zakučac und Kraljevac. An der Cetina wird auch wohlschmeckendes Quellwasser abgefüllt.