Alka

Die Alka - weitere Besonderheiten

Von den noch heute lebenden Teilnehmern an der Alka, die mehrfach den Titel Sieger der Alka und als Zeichen des Sieges die Flamme tragen durfen, sollten die Folgenden genannt werden:

  • Ognjen Preost, 5 puta ( 1992., 1995., 1997., 1998., 1999.)
  • Stipe Breko, 4 puta (1977., 1980., 1982., 1988.)
  • Joško Marić, 3 puta (1978., 1990., 2000.)

Sinj gilt seit Jahrhunderten als Perle mit der sich jede Besetzungsmacht schmücken wollte, der Grenzstein zwischen der Küste und dem Hinterland, umarmt von nahen Berggipfeln mit der Cetina und ihren Nebenflüssen. Sinj wurde von Erdbeben heimgesucht, von Plünderern und Eroberern geplündert, in Brand gesetzt und dem Boden gleichgemacht. Ihm wurden andere Sprachen auferlegt, andere Glaubensrichtungen und Traditionen, aber Sinj erwuchs daraus zu einer immer stärkeren, unerschütterlichen und trotzigeren Stadt. Der bekannte Volksdichter Pater Andrija Kačić Miošić dichtete, zum Zeichen der Herrlichkeit und zum Gedenken an den grossartigen Sieg über die Türken 1715 die folgenden Verse: ''Oh du Stadt Sinj, goldener Streitkolben, seit jeher heldenhafter Kampfesplatz...“.

Zu Ehren seiner himmlischen Beschützerin, der Gospa Sinjska, welche kurz vor der Kapitulation der Einheimischen, die Türken zum Rückzug bewogen hat (''sie sahen eine Frau in weiß, die auf den Stadtmauer entlang lief“), als ewiges Gelöbnis, mit Hingabe und Respekt, etablierten die Sinjer das Ritterspiel Alka, welches jedes Jahr, am ersten Sonntag im August, den berühmten Sieg symbolisiert und erneut zum Leben erweckt. Die Bezeichnung Alka (türkisch/arabisch halqa: Ring, Reif) stammt von der Unterlage des Sattels des beschlagnahmten Pferdes des türkischen Befehlsführers Čelić. Im Protokoll und der Zeremonie der Alka führen zwei junge Männer ein Pferd am Zügel, welches eben genau dieses Pferd symbolisieren soll ( Das Pferd des Paschas, Edeka genannt). Die Alka hat zwei konzentrische Eisenringe, die mit drei Umrissen so verbunden sind, dass dieses in drei Teile unterteilt ist. Der mittlere, kleinste Kreis ist drei Punkte wert, das obere Feld zwei und die beiden unteren Felder sind je ein Punkt wert. Der Reiter (alkar-der Alkar) zielt in vollem Gallopp mit einem hölzernem Speer, welches eine eiserne Spitze hat, auf die Alka. Als Sieger wird der Alkar ernannt, welcher in drei Durchgängen die höchste Punktzahl verzeichnen kann. Wenn mehrere Reiter dieselbe Punktzahl haben, müssen sie so lange im Play-off gegeneinander antreten bis einer von ihnen in einem Durchgang die höhreren Treffer erzielt.

Die Alkarer von Sinj

Die Mörser donnern, die Fahnen wehen,
Sinj feiert heute seinen heldenhaften Tag,
Die Mutter Gottes von Sinj ist die Königin uns aller,
Sie bewacht unseren Glauben in einem hundertjährigen Traum.

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Die Feierlichkeiten rund um die Alka dauern drei Tage. Sie beginnen am Freitag mit dem Wettkampf Bara, am Samstag folgt die Čoja. Den festliche Umzug der Teilnehmer führt der Harambaša und erlesene Knappen/ Junggesellen an, auf welche die Morgensternträger „buzdovandžije“  und die Schutzschildträger „štitonoša“ mit den als Trophäen präsentierten türkischen Schutzschildern, als auch die Führer des Pferdes „Edeka“, das Pferd des türkischen Oberbefehlshabers.  

Das Heer der Alkare, welches zweireihig voranreitet, wird von einem Fahnenträger, dem sogenannten „barjaktar“ angeführt. Dieser trägt eine Fahne der Gesellschaft der Alkarer Ritter, die von einem Bild der Heiligen Mutter von Sinj und die kroatische Trobojnica (Symbol der drei Farben der kroatischen Nationalflagge) sowie von ihren Adjutanten und dem Anführer der Alka, dem „alkarski vojvoda“ mit seinem eigenen Adjutanten begleitet. An der Hinterfront des feierlichen Umzugs befindet sich der „alajčauš“. Er ist der Anführer der sich dem Wettbewerb stellenden Alkarer.  Beim Umzug nehmen mindestens 11 und maximal 15, in Ausnahmefällen 17 Alkarer, die den Wettbewerb bestreiten, teil. Der Harambaša und die Gesellen der antretenden Alkarer (genannt: alkarski momci)  nehmen an dem festlichen Umzug zu Fuß teil.

Die Alka Sinjs als lebendiger Beweis einer einzigartigen Geschichte

Einmal im Jahr, am ersten Wochenende im August, wird auf den Strassen Sinjs, die Geschichte dieser kleinen Stadt und seiner zugehörigen Gegend, lebendig. Da das Gebiet rund um Sinj von allen Reichtümern, am reichsten von der Geschichte beschenkt worden ist, vollzieht sich hier das Wiederbeleben der Geschichte nicht bloß als Nachbildung alter Zeiten. Die Geschichte ist hier einzigartig und originell, wie auch ihr Wiederaufleben.

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Die Alkarer befinden sich dabei auf reich verzierten/ geschmückten Pferden, in ursprünglicher, traditioneller Tracht wie sie die damaligen Verteidiger der Stadt Sinj zu Beginn des 18. Jahrhunderts getragen haben dürften. Bewaffnet sind sie mit einem Pfeil und Schwert, welche sie auf der linken Körperseite tragen. Ein „Alkar“ muss unbedingt im Gebiet der sogenannten Cetinska krajina geboren sein. Außerdem sollte er die Sehschärfe eines Falken und eine feste rechte Hand haben.  Die wichtigste Eigenschaft betrifft aber den Charakter: Er muss ein ehrenvoller und ein ehrlicher Mensch sein. Die Alka ist in Zeiten entstanden als in Europa die Ritterspiele geboomt haben und in vielen Orten ähnliche Reiterspiele stattgefunden haben. Die meisten sind heute in Vergessenheit geraten, mit Ausnahme der Sinjska Alka, die bald ihr 300. Jubiläum feiert. Sie steht unter der Schirmherrschaft der UNESCO und ist als Weltkulturerbe anerkannt. Die Alka gilt als Symbol des Kampfes für Freiheit, Frieden, der Heimat, des Glaubens und der Hoffnung. Sie vereint die Vergangenheit und die Zukunft, feiert die Ehre und die Ehrlichkeit, die Traditionen unserer Ahnen, das Heldentum und den Mut.

Bara 03.08.2018. 17:00
Čoja 04.08.2018. 17:00
Alka 05.08.2018. 16:30

Tickets: Viteško alkarsko društvo
Anschrift: Šetalište A. Stepinca 2/I
Tel: +385 (0)21 821 542