Die Tradition überlieferter Handwerksberufe in der Cetiner Region

Die Cetiner Region kann sich, neben einer reichen Kulturgeschichte, Tradition und Gastronomie, vor allem mit einzigartigen und reichen Beispielen an fleißigen Handwerkern rühmen. Der Wert dieser Handwerkskunst, die heutzutage leider immer mehr in Vergessenheit gerät, besteht nicht nur in der Ausarbeitung von Gebrauchsgegenständen. Viel wichtiger ist es, dass das wertvolle Wissen über Jahrhunderte weitergegeben wurde und dabei weiterentwickelt und von den Nachfahren modifiziert und verbessert worden ist, so dass sich daraus eine familiale und in der Folge eine lokale Tradition entwickeln konnte. Eines der bekanntesten Handwerke (auch im europäischen Rahmen), ist vor allem die Ausarbeitung von Pfeifen im Ort Zelovo, die auch heute noch technisch so hergestellt werden, wie bei den alten Meistern. Der anspruchsvollste Teil dieser Arbeit ist die Herstellung der zweiteiligen Form, die aus Zinn und Blei besteht. Für diese ist es notwendig, ein Holzmodell zu schnitzen, welches mit verschiedenen geometrischen Modellen verziert wird, oder sogar Häupter verschiedener Menschen darstellt. Damit eine Form entsteht, sammelt man Ton einer bestimmten Sorte, welches man in Wasser taucht, damit sich kleine Steinchen und andere störende Materialien lösen. Am nächsten Tag, nachdem die Tonerde über Nacht in Wasser geruht hat, klopft man diese mit einem Stampfer oder Klopfer, um alle Klümpchen der Tonerde zu zermahlen, die nicht richtig feucht geworden sind. Danach werden aus dieser Masse kleine Bälle geformt und in notwendiger Menge gesammelt. In früheren Zeiten konnten es bis zu zweitausend Stücke sein, heutzutage sind es ca. zweihundert. Beide Seiten einer Form werden mit Fett eingerieben, damit sich das Material in dieser Form nicht verklebt. Danach werden kleine Kugeln Tonerde hineingegeben. Die Form wird danach zusammengelegt und mit Holzklammern festgemacht. In zwei Löcher der Form werden Keile eingefügt, die den späteren Bereich der Pfeife freilegen, in den Tabak hineingelegt und Holzrohre eingefügt werden können. Nachdem die Keile aus der Form entfernt werden, wird mit einem Holzsilo ein Kanal angelegt zwischen dem Bereich, in den der Tabak eingelegt wird und den Bereich in dem das Holzrohr eingeführt werden kann. Danach ist die Pfeife fertig zum Trocknen. Zunächst wird diese in einer besonderen Mulde zum Trocknen gelegt. Danach werden aus der Pfeife eventuelle Rückstände mit einem Messer ausgekratzt. Zuletzt werden alle zum Trocknen gelegten Pfeifen in einen Ofen gelegt und bei großer Temperatur gebacken, um diese anschließend über Nacht in Glut zu legen. Die Pfeifenmeister von Zelovo demonstrieren ihre Handwerkskunst nicht nur bei der Ausarbeitung von Pfeifen, sondern auch bei der Ausarbeitung von Instrumenten oder auch bei der Herstellung von Kinderspielzeug zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Holzspielzeuge stellten die Handwerksmeister per Hand her und fast jedes Stück ist ein Einzelstück. Sie tragen außerdem auch Zeichen der Gegend, in der sie hergestellt wurden. Die Gegenstände werden eingefärbt in eine blaßgelbe Farbe mit Verzierungen wie zum  Beispiel geometrischen Ornamenten. Häufig wiederkehrende Motive waren zum Beispiel Pferdchen mit Kutsche oder Zweipferdkutschen, Schmetterlinge an einem Stab, Flugzeuge, Akrobaten, Blasinstrumente und Hammer. Die zuletzt bekannte Familie, die sich der unikaten Herstellung von Holzspielzeug in einem besonderen Maße gewidmet hat, ist die Familie von Jakov Delaša. Diese Tradition wurde von seinen Söhnen fortgesetzt, doch leider brach diese aufgrund von Desinteresse irgendwann ab, so dass nur noch Museumsstücke erhalten werden konnten. In früheren Zeiten verwendete man nützliche Tongegenstände in Potravlje in nahezu jedem Haushalt. Vor allem Tonschüsseln, Backformen, Tontöpfen, kleinere Behälter, um Essen darin aufzubewahren, Krüge, um Fett und Honig aufzubewahren, Behälter für Wein und Öl, Vasen oder Sparbüchsen aus Ton. Der Meister steckt kleine Tonstücke in einen Holzkreisel (kroat. čekrk) und formt darin die Tonstücke in die gewünschten Formen. Diese Produkte sind, durch die gründliche und vorsichtige Herstellung, vor allem im Hinblick auf Qualität und Robustheit kaum zu übertreffen.  Diese unikaten Stücke verkauft man in der Regel auf Stadtfesten (derneci) in Sinj, Trilj, Trogir, Kaštelima, Solin, Omiš, Imotski, Makarska sowie auf den kroatischen Inseln– vor allem in den Sommermonaten, wenn der Tourismus blüht. Daneben blühte in der Cetiner Region schon immer die Herstellung von Alltagsgegenständen, die in allen Haushalten, der Landwirtschaft und anderen Bereichen des Lebens, der dort lebenden Menschen, unverzichtbar sind. In Gljev und Glavice stellte man die sogenannten opanci bzw. oputari her, einfache Schuhe aus Leder oder Stroh, welche man samstags auf dem Markt oder auf Volksfesten verkaufte.   Da es früher wesentlich mehr Esel als heute gab, hatte fast jedes Dorf seinen eigenen Meister für die Herstellung von Holzsatteln, um zum Beispiel Lasten transportieren zu können (samar). Im Ort Bitelić waren Schmiedemeister in aller Munde, die die Nutztiere mit Hufen ausstatteten sowie verschiedene Metallgegenstände herstellten, die im Alltag der Menschen unumgänglich waren. Zum Beispiel Schlösser, Hacken, Äxte, Sicheln…In Čaporice stellte man Holzfässer her. Otok bei Sinj war vor allem für die Herstellung des Cetiner Schiffchens bekannt, das heute als ungeschütztes Kulturgut des Kulturministeriums der Republik Kroatiens gilt. Diese Schiffchen stellte man auch in Bajagić her, jedoch ist die Technik eine andere als bei der Herstellung in Otok.  

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